Impressionen Unterneukirchen in Oberbayern

40 Jahre VG Unterneukirchen

(40 Jahre VG–Vorsitzende): Altlandrat Seban Dönhuber (3.v.l) war Verfechter für die VG Unterneukirchen-Kastl, die aktuell von Georg Heindl (v.l.) und den früheren Bürgermeistern Franz Kammhuber (beide Unterneukirchen), Franz Baumann, Sebastian Haider und jetzt als Stellvertreter Gottfried Mitterer (alle Kastl) geleitet wird bzw. wurde. Gründungs-Vorsitzendem Karl Herzog wurde ehrend gedacht.

 

 

40 Jahre-Fazit: „Verwaltungsgemeinschaft war die allerbeste Lösung“

Honoratioren und Bürger feierten VG Unterneukirchen-Kastl – Segen für die neuen Räume

Unterneukirchen. Dass die 1978 mehr „aus der Not geborene“ Zusammenlegung der Verwaltung der Gemeinden Unterneukirchen und Kastl die „allerbeste Lösung“ war, war die Kernaussage aller Redner auf der Feier anlässlich dieses Vier-Jahrzehnte-Jubiläums. Beide Kommunen hatten ihre Selbständigkeit behalten und gemeinsam eine effiziente Verwaltung aufgebaut, so das rundum zufriedene Fazit im Festakt.

 

Weil die VG ihr Jubiläum mit dem Abschluss des Umzugs aus dem alten Rathaus in Unterneukirchen in die neuen Räume des Kommunalbaus verband und einen „Tag der Offenen Verwaltungstüren“ anbot, profitierten auch die Bürger beider Gemeinde von dem kleinen Fest. Und: Sie nutzten es relativ zahlreich, die Abteilungen der Kommunalverwaltung, ihre Büros und das „dazugehörige“ Personal kennen zu lernen. Pfarrer Hermann Schächner, der das Engagement der Gemeinden um die Menschen würdigte „damit sie hier gut leben können“ wie er sagte, nahm die Segnung der neuen Räume vor.

 

Beim Festaktakt im Sitzungssaal, bei dem VG-Chef Georg Heindl Ehrengast Ex-Landrat Seban Dönhuber als „VG-Geburtshelfer“ bezeichnete, ließ er vor den Ratsgremien beider Orte, vor amtierenden VG-Räten, früheren Vorsitzenden, ehemaligen Bürgermeistern sowie Ex-Bediensteten die Zeit Revue passieren. Dass sich „die gemeinsame Verwaltung in den 40 Jahren mehr als bewährt“ habe, stellte er dabei in den Mittelpunkt. „Die Zusammenarbeit beider Gemeinden funktioniert bestens.“ Das gut ausgebildete Personal nannte Heindl „unser größtes Kapital.“ Dabei schloss er den inzwischen ausgeschiedenen Leiter Peter Kirner, dem er großen Anteil am guten Gelingen der VG zuschrieb, ebenso mit ein, wie die frühere Kämmerin Lydia Krautwurst. „Für uns war das Zustandekommen der VG ein Glücksfall“, stellte Unterneukirchens Bürgermeister am Ende fest und sah dies dadurch bestätigt „weil sich beide Gemeinden zu blühenden Orten entwickelt haben, in denen man Heimat noch lebt.“

 

Für Altlandrat Seban Dönhuber sei die Gebietsreform –neben Krankenhaus- und Müllheizkraftwerkbau- in den 70er-Jahren „eine große Herausforderung“ gewesen. „Enorme Widerstände waren zu überwinden“, erinnerte er und gab Einblick in interessante, obwohl über 40 Jahre zurückliegende, interne Abläufe. Während Unterneukirchen schnell für eine VG eingetreten sei, habe es in Kastl auch gegenteilige Bestrebungen mit viel Auseinandersetzung gegeben, ließ Dönhuber durchblicken. Er selbst sei stets für „überschaubare Größen eingetreten“ und am Ende sei für die meisten Kommunen „die kommunale Selbstverwaltung erhalten geblieben. Und das nicht um deren selbst, sondern zum Wohle der Bürger.“

 

Dass aus 7000 Gemeinden in Bayern nach der Gebietsreform nur noch 2000 übrig blieben, darauf blickte Landrats-Stellvertreter Konrad Heuwieser zurück. „Unser Landkreis ist sehr gut davongekommen“, lobte der Sprecher. Der Reform, die er als Jahrhundertwerk bezeichnete, seien auch wirtschaftliche Überlegungen zugrunde gelegen. Nicht überall -so wie hier- habe das Zusammenwirken so gut funktioniert, so Heuwieser. „Der Lohn ist der Erhalt der Heimatgemeinden, wo das Leben immer noch in geordneten Bahnen verläuft“. Vom „kommunalpolitischen Stress“ bei der Fusion der Gemeinden Ober-, Unter- und Forstkastl sei noch Jahre danach bei der Gebietsreform etwas zu spüren gewesen, sprach Kastl‘s Bürgermeister Gottfried Mitterer. Trotz anfänglichem Widerstand von rund einem Drittel der Bevölkerung sei die VG gekommen, was er als „die allerbeste Lösung“ bezeichnete. Inzwischen seien „die Gräben zugeschüttet“, resümierte er zufrieden. „Wir haben eine schlagkräftige Verwaltung und ein neues, modernes Bürogebäude.“ Als Bürgermeister sei er dafür dankbar. Mitterer sprach, wie vorher auch sein Pendant Heindl, die Hoffnung auf weiter gedeihliche Zusammenarbeit aus.