Grußwort des 1. Bürgermeisters
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gäste!
Mit unserem Internetangebot wollen wir Ihnen einen kleinen Überblick über unser Gemeindeleben geben. Vor allem für unsere Neubürger wollen wir damit das Kennenlernen Ihrer neuen Umgebung erleichtern und Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten unserer Gemeinde vermitteln.
Es umfasst wichtige Daten, Anschriften und Einrichtungen unserer Gemeinde und der Pfarrei und gibt Auskunft über die Struktur. Unsere zahlreichen Vereine, Verbände und Institutionen mit ihren vielfältigen kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen und sportlichen Angeboten laden Sie zum Mitmachen ein.
Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern, dass Sie sich in unserer Gemeinde wohl fühlen. Allen Neubürgern wünsche ich, dass Sie sich, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu Hause sind, möglichst rasch und gut einleben und wohl fühlen.
Gottfried Mitterer, 1. Bürgermeister

Gemeindedaten und Wappen

Kastl hat erst seit 1979 ein Gemeindewappen.
Die Schaufel symbolisiert den Namensgeber von Kastl, den hl. Castulus. Der Legende nach hat sich der heilige Castulus vor seiner Hinrichtung sein eigenes Grab schaufeln müssen.
Das Kleeblatt ist Sinnbild der Landwirtschaft, die in Kastl von großer Bedeutung ist.
Und die drei Ziegelsteine deuten auf die Ziegeleien hin. Früher waren diese die größten Arbeitgeber im Gemeindegebiet und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Chronik unserer Gemeinde
Beginn der Besiedelung in Kastl
Die drei Gemeinden Forstkastl – Oberkastl – Unterkastl
Bildung der Gemeinde Kastl
Schulgeschichte
Entstehung der Pfarrei Kastl
Unsere Pfarrkirche
Die Verehrung des hl. Aloysius
Pestepidemie
Der „Kastler Verein“
Kastler Sagen
Im Gebiet unserer Gemeinde Kastl sind – wie in vielen anderen Gemeinden – im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe von Sagen entstanden. Sie ranken sich entweder um Personen, um Ereignisse oder um Orte der nächsten Umgebung. Marterl und Bildstöcke erinnern an diese zum Teil unheimlichen Geschichten, die unsere Vorfahren erzählt haben. Nur wenige wurden aufgeschrieben und haben daher bis in unsere Zeit überdauert.
Die Sage von der Pöcklsäule (1881)
Der Gesundheitszustand von Pater Matthäus Pöckl, dem langjährigen Seelsorger von Kastl, verschlechterte sich im Lauf der Zeit so sehr, dass er der Belastung einer großflächigen Landpfarrei nicht mehr gewachsen war. Er übersiedelte daher nach Beratzhausen in der Oberpfalz und übernahm die dortige – kleinere – Stadtpfarrei. Dort starb er am 20.1. 1793.
Seiner geliebten Gemeinde Kastl hinterließ er als Abschiedsgeschenk die Pöcklsäule, die an der Straße nach Altötting nahe Fuchs in Reit aufgestellt wurde. Ortsheimatpfleger Ludwig Maierhofer versetzte die S äule im Zuge des Straßenneubaus 1984 auf sein Grundstück näher zum Hang.
Um die Entstehung dieser Säule entstand bald darauf eine Sage:
Die Bewohner von Kastl waren im 18. Jahrhundert wilde und ungehobelte Burschen. Statt in die Kirche gingen sie viel lieber zum Wirt, wo saufen und raufen an der Tagesordnung waren. Auch ihre Mädchen waren nicht besser. Der Tanzboden war ihnen wichtiger als der Besuch der Messe oder die Arbeit auf dem Hof. Besonnenen Bauern war klar, dass dies so nicht weitergehen konnte.
Auf ihre Klagen hin wurde Matthäus Pöckl, ein Jesuitenpater aus Altötting, als Seelsorger nach Kastl geschickt. Er war ein sehr tatkräftiger und energischer Mann. Schon nach wenigen Wochen brachte er die Kastler Mädchen dazu, den Tanzboden zu meiden. Klar, dass damit das Wirtshaus auch für die Burschen uninteressant geworden war. In Kastl kehrten Ordnung und fleißige Arbeit zurück. Eigentlich hätten alle damit zufrieden sein können – wenn nicht der Wirt um seinen Gewinn gefürchtet hätte. Er war so wütend auf den Priester, dass er beschloss, ihn umzubringen.
Matthäus Pöckl wohnte in Altötting, er musste also jeden Tag den langen Weg nach Kastl und zurück gehen; über Loha, Winkler am Holz, Fuchs in Reit bis zum Dorf. So nahm der Wirt sein Jagdgewehr und legte sich auf die Lauer. Doch gerade an diesem Tag nahm Pater Pöckl einen anderen Heimweg, über Schießler oben den Hang entlang. Der Wirt wartete lange und vergeblich.
Viele Jahre später lag der Wirt im Sterben und rief nach dem Pfarrer. Er wollte beichten, und eine Sünde drückte ihn ganz besonders schwer. Und so beichtete er dem Pater Pöckl seinen damaligen Mordplan. Der Priester verzieh dem sterbenden Wirt. Doch aus Dankbarkeit für seine Errettung stiftete er eine Säule, die an der Stelle aufgestellt wurde, wo damals der Wirt vergeblich gelauert hatte
Die Sage vom Jungfernberg
Sage stammt aus der Zeit, als die Fußwallfahrt nach Altötting in voller Blüte stand.
Aus dem Land weit jenseits der Alz kamen drei unverheiratete Frauen – im damaligen Sprachgebrauch Jungfrauen – und wallfahrteten nach Altötting. Dort wollten sie beten und ihre Anliegen der Mutter Gottes vortragen. Ihr Weg führte sie nach der Überquerung des Flusses steil bergauf über diesen Berg. An der Brunnenstelle – daher auch der Name „am Brunn“ machten die drei Frauen Rast und erholten sich von dem strapaziösen Anstieg.
Von dieser Stelle aus hat man bei schönem Wetter eine großartige Fernsicht über das gesamte Inntal. Das fiel auch den drei Frauen sofort auf. Von hier aus konnte sie zum ersten Mal das Ziel ihrer Wanderung sehen – Altötting. Die Türme der Stiftspfarrkirche schienen förmlich heraufzuwinken. Voller Freude rief eine der drei: „So nah sind wir schon! Wenn es Gott gefällt sind wir in ein paar Stunden am Ziel!“ Doch eine andere, die schon vorher über den beschwerlichen Weg gejammert hatte, erwiderte spöttisch: „So weit haben wir es also geschafft. Das bisschen Weg dort hinunter werden wir auch noch packen – ob es Gott gefällt oder nicht.“
Kaum hatte sie diese frevlerischen Worte gesagt, da öffnete sich der Boden und die drei Jungfrauen verschwanden auf Nimmerwiedersehen.
Heute fragen sich die Leute, wie eine derartige Sage entstehen konnte. Zwar gibt es keine Beweise für die folgende Theorie, doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist vorhanden.
Der Untergrund dieses Höhenzuges – das wurde wiederholt festgestellt – ist sehr porös. Er birgt Gräben und Höhlen, die das Wasser im Laufe der Jahrtausende gegraben hat, die man aber von der Oberfläche aus nicht bemerkt. Warum also sollten nicht die drei Frauen in ihrer Freude, so nah ihrem Ziel zu sein, die nötige Vorsicht außer Acht gelassen haben. Beim beschleunigten Abstieg von der Höhe herunter könnten sie eine solche Spalte übersehen haben. Einmal hineingestürzt gab es kein Entrinnen. Und Helfer in der Not waren wohl auch keine in der Nähe.
Den Menschen des Kastler Raumes, die sich über lange Zeit die Sage erzählten, kam es weniger auf eine hieb- und stichfeste Erklärung an. Die Moral war ihnen wichtiger: Auch wenn die bevorstehende Aufgabe noch so klein scheint – sei nie so überheblich, Gott zu lästern.
Die Kriegerkapelle
Nach dem ersten Weltkrieg kam das Bedürfnis nach einer würdevollen Gedenkstätte für die Gefallenen Kastler auf. Über mehrere Jahre hin zogen sich die Versuche, ein würdiges Kriegerdenkmal zu schaffen. Dabei wurde aber, wie vorhandene Entwürfe zeigen, eher an ein unmittelbar an die Kirche angebautes Monument gedacht.
Dass die Kriegergedenkkapelle überhaupt realisiert werden konnte, ist in erster Linie dem Krieger- und Veteranenverein zuzuschreiben.
Über die Ausführung kam es zu einem heftigen Streit zwischen dem Krieger- und Veteranenverein und Pfarrer Andreas Weidenthaler.
Kooperator Alois Wührer auf Seiten des Vereins schuf schließlich zusammen mit den Kastler Männern vollendete Tatsachen, indem man das an der Stelle der heutigen Kapelle bestehende „Kramerstandl“ (Brotverkaufsstelle seit 1830 – zuletzt noch als Geräteschuppen genutzt) abriss. Der Pfarrer beugte sich schließlich dem Willen der Pfarrkinder.
Errichtet wurde die Kapelle 1923.
Wichtige Personen der Ortsgeschichte
Wolfgang Hilz
Pfarrer von 1887 – 1898,
u.a. Gründer des Darlehnskassenvereins (Raiffeisen),
Erbauer des Mädchenschulhauses
Matthäus Pöckl
Ehemaliger Jesuit,
blieb nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 bis 1791 in Kastl,
organisierte die Ausgestaltung der Pfarrkirche
siehe Sage um die Pöcklsäule
Alois Weglehner
Wallfahrtskaplan in Altötting,
verfasste 1791 nach Aufzeichnungen des Ignatius Agricola eine handschriftliche Pfarrgeschichte von 1747 – 1790
Aloys Morgenroth
Jesuit und Seelsorger, der 1747 die Verehrung des hl. Aloysius in Kastl einführte und Grundlagen für die heutige Gestaltung der Pfarrkirche legte.
Christoph Froschauer
geboren ca. 1490
Bis heute unklar sind das genaue Geburtsdatum und der genaue Geburtsort des berühmtesten Kastlers:
Er soll der Sohn einer Bauerndirn gewesen sein, dem ein Bauer das Geld für den Besuch der Schule in Altötting schenkte.
Lange vermutete man seinen Geburtsort im „Hackstockhäusl in der Au”. Dieses hölzerne Anwesen zwischen Feldhütter und Fuchs in Reit wurde im Zuge der Neutrassierung der St2107 im Frühjahr 1974 abgerissen.
Froschauer erlernte nach seiner Schulzeit das Druckerhandwerk und kam auf seiner Wanderschaft über Augsburg nach Zürich, wo er sich niederließ.
1521: Fernab von seiner Heimat machte Christoph Froschauer mit größeren Arbeiten von sich reden. Drei Schriften des Erasmus von Rotterdam erschienen mit Froschauers vollständiger Druckadresse. Er wurde zum Hauptverleger der Schriften Zwinglis. Im Auftrag von König Heinrich VIII. druckte er 1535 die erste Gesamtausgabe der Bibel in englischer Sprache.
